6 Learnings aus 4 Jahren im Unity Asset Store

„Lohnt sich wahrscheinlich nicht. Aber wir machen es trotzdem.“

Dieser Satz fasst unsere Erfahrung mit dem Unity Asset Store ziemlich gut zusammen.

Wir verkaufen dort seit ein paar Jahren eine Handvoll Assets. Die Idee dahinter war simpel: Wir haben diese Tools ohnehin für unsere eigenen Projekte entwickelt, warum sie also nicht auch anderen anbieten?

Aber der Asset Store ist kein Marktplatz wie jeder andere. Er folgt seinen eigenen Regeln. Manche davon ergeben absolut Sinn, andere … eher weniger.

Nach mehreren Jahren (und einigen Lektionen, die wir auf die harte Tour gelernt haben) kommen hier unsere wichtigsten Erkenntnisse. Vielleicht helfen sie dir, bevor du dich kopfüber hineinstürzt.


1️⃣ Die meisten Kaufenden stehen noch am Anfang

Die meisten Menschen im Unity Asset Store sind neu in der Spieleentwicklung.
Professionelle Studios bauen eher auf ihrer eigenen Codebasis auf, statt sich auf Tools von Drittanbietern zu verlassen. Wähle dein Produkt also mit Bedacht und achte darauf, dass es zur tatsächlichen Zielgruppe des Stores passt.

Wir haben das auf die harte Tour gelernt: Unsere Tools waren für etablierte Studios gemacht, nicht für Leute, die gerade erst anfangen.


2️⃣ Rabattaktionen bestimmen alles (aber das System ist kaputt)

Heatmap-Tabelle mit monatlichen Prozentanteilen im Unity Asset Store von November 2023 bis September 2025

Rabattaktionen sind mit Abstand der wichtigste Hebel für Sichtbarkeit und Verkäufe. Leider hat Unity seine Nutzenden über Jahre mit fast ununterbrochenen Rabatten dazu erzogen, nie etwas zum vollen Preis zu kaufen.

Und jetzt kommt der Clou: Du kannst nicht einfach selbst eine Rabattaktion starten. Dafür musst du von Unity eingeladen werden. Obwohl wir direkten Kontakt zu Leuten bei Unity haben, wurden wir kein einziges Mal eingeladen. 🤷‍♂️


3️⃣ Kompatibilität über Versionen hinweg ist brutal

Nutzende erwarten, dass Assets mit jeder Unity-Version funktionieren. In der Praxis heißt das: jedes Release in mindestens vier verschiedenen Versionen testen und den Code mit unzähligen versionsspezifischen Fixes vollstopfen.

Das frisst enorm viel Zeit. Manche Updates kosten ganze Tage, nur damit alles weiter reibungslos läuft.


4️⃣ Höhere Preise helfen tatsächlich

Für unsere Zielgruppe, also etablierte Studios, steht der Preis für Qualität. Niemand will ein Asset für 2,50 $ in ein Produktionsprojekt einbauen.

Ein höherer Preis signalisiert Professionalität und Verlässlichkeit.
Außerdem ist er Voraussetzung, wenn du bei den offiziellen Rabattaktionen von Unity dabei sein willst. Dort landen meist nur Assets ab 20 $.


5️⃣ Einreichungen dauern ewig

Wenn du eine App bei Google oder Apple einreichst, ist sie meist innerhalb von 2 bis 3 Tagen live. Bei Unity haben wir immer wieder Prüfzeiten von 2 bis 3 Monaten erlebt.

Gerade warten wir noch auf Pakete, die wir vor 2 Monaten eingereicht haben.

Diagramm der durchschnittlichen Paketpreise im Unity Asset Store je Kategorie: alle Inhalte, Top 10 % und Top 100

6️⃣ Support gehört zum Job

Wenn Nutzende nicht weiterkommen, melden sie sich: per E-Mail, über Discord oder im Forum. Wir helfen immer gern, aber unsere Kapazitäten sind begrenzt.

Deshalb sind gute Dokumentation und Tutorial-Videos unverzichtbar.
Jede Minute, die du dort investierst, spart dir später Stunden an Support.


Fazit

Wenn du vorhast, im Unity Asset Store zu veröffentlichen, geh mit klaren Erwartungen rein.
Die Plattform ist super für Sichtbarkeit, hat aber ihre Eigenheiten und bringt viel Aufwand mit sich.

Wenn du neugierig bist, schau dir unsere aktuellen Assets an. Wir konzentrieren uns auf Tools, die Teams helfen, eine hohe Projektqualität zu halten, etwa automatisierte Validierung und ausgefeiltes Bug-Reporting.

Und wenn uns die Review-Warteschlange von Unity gnädig ist, geht unser großes 2.0-Update bald endlich live. 😂😭